Fieber: Ursachen, Symptome, Behandlung & Fieber bei Kindern
Fieber ist eine Erhöhung der Körpertemperatur als Abwehrreaktion. Ursachen, Diagnostik, Therapie und Besonderheiten bei Fieber im Kindesalter.
Definition
Fieber (Pyrexie) bezeichnet eine Erhöhung der Körperkerntemperatur als physiologische Abwehrreaktion des Körpers. Ab welcher Temperatur man von Fieber spricht, hängt von Alter und Messmethode ab — als Orientierung gilt rektal gemessen ein Bereich ab etwa 38,0–38,5 °C. Bei Säuglingen unter 3 Monaten wird bereits ab 38,0 °C von Fieber gesprochen, bei älteren Kindern und Erwachsenen häufig ab 38,5 °C. Fieber ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das auf eine zugrundeliegende Ursache hinweist. Die Temperaturregulation erfolgt über das thermoregulatorische Zentrum im Hypothalamus, das bei Fieber den Sollwert der Körpertemperatur aktiv nach oben verstellt.
Merke: Fieber ist eine geregelte Sollwertverstellung im Hypothalamus — im Unterschied zur Hyperthermie, bei der die Temperatur unkontrolliert ansteigt, ohne dass der Sollwert verstellt wird (z.B. bei Hitzschlag). Diese Unterscheidung ist klinisch und therapeutisch relevant: Antipyretika wirken nur bei Fieber, nicht bei Hyperthermie.
Temperaturbereiche (Orientierungswerte, rektal gemessen):
- Normaltemperatur: 36,0–37,4 °C
- Subfebril (erhöhte Temperatur): 37,5–38,4 °C
- Fieber: ab ca. 38,5 °C (bei Säuglingen <3 Monaten: ab 38,0 °C)
- Hohes Fieber: ab ca. 39,5 °C
- Hyperpyrexie: ab 41,0 °C (potenziell lebensbedrohlich)
Epidemiologie
Fieber gehört zu den häufigsten Symptomen sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Medizin. In der Pädiatrie ist Fieber einer der häufigsten Gründe für Vorstellungen in Notaufnahmen und Arztpraxen — ein erheblicher Anteil aller pädiatrischen Notfallkonsultationen erfolgt aufgrund von Fieber.
Die Häufigkeit fieberhafter Infekte ist stark altersabhängig: Kleinkinder und Vorschulkinder machen typischerweise mehrere fieberhafte Infekte pro Jahr durch, da ihr Immunsystem noch in der Reifung ist. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit ab. Bei hospitalisierten Patienten ist Fieber ein häufiges Begleitsymptom, dessen Ursache nicht immer sofort ersichtlich ist.
Fieber unklarer Genese (FUO — fever of unknown origin) bezeichnet nach der klassischen Definition von Petersdorf Fieber >38,3 °C an mehreren Gelegenheiten mit einer Dauer >3 Wochen ohne Diagnose nach einer Woche stationärer Abklärung. Die häufigsten Ursachengruppen bei FUO sind Infektionen, Autoimmunerkrankungen und maligne Erkrankungen.
Ätiologie
Die Ursachen von Fieber sind vielfältig und lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:
Infektiöse Ursachen (häufigste Ursache): Virale Infektionen (Influenza, SARS-CoV-2, EBV, CMV, RSV bei Kindern), bakterielle Infektionen (Pneumonie, Harnwegsinfekt, Sepsis, Meningitis, Endokarditis), Pilzinfektionen (insbesondere bei immunsupprimierten Patienten) und parasitäre Erkrankungen (Malaria — immer an Reiseanamnese denken).
Nicht-infektiöse Ursachen: Autoimmunerkrankungen (Lupus, rheumatoide Arthritis, Morbus Still, Vaskulitiden), maligne Erkrankungen (Lymphome, Leukämien, Nierenzellkarzinom — sog. Tumorfieber), Medikamentenfieber (Drug Fever — z.B. durch Antibiotika, Antiepileptika, Allopurinol), postoperatives Fieber, thromboembolische Ereignisse (Lungenembolie, tiefe Venenthrombose) und endokrine Ursachen (Thyreotoxikose).
Fieber unklarer Genese (FUO): Die drei häufigsten Ursachengruppen sind Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Malignome. Die systematische Abklärung erfordert eine strukturierte Stufendiagnostik.
Pathogenese
Die Pathogenese des Fiebers folgt einer definierten Signalkaskade: Exogene Pyrogene (z.B. bakterielle Lipopolysaccharide, virale Bestandteile) aktivieren Monozyten und Makrophagen, die daraufhin endogene Pyrogene freisetzen — vor allem die Zytokine IL-1β, IL-6 und TNF-α. Diese gelangen über das Blut zum Organum vasculosum der Lamina terminalis (OVLT), einem zirkumventrikulären Organ ohne Blut-Hirn-Schranke.
Dort induzieren sie die Synthese von Prostaglandin E2 (PGE2) über die Cyclooxygenase-2 (COX-2). PGE2 wirkt auf das thermoregulatorische Zentrum im Hypothalamus und verschiebt den Temperatursollwert nach oben. Der Körper reagiert mit Wärmeproduktion (Muskelzittern, Schüttelfrost) und verminderter Wärmeabgabe (periphere Vasokonstriktion, Kältegefühl).
Merke: Antipyretika wie Paracetamol und Ibuprofen wirken durch Hemmung der COX und damit Reduktion der PGE2-Synthese — sie senken den Sollwert wieder auf Normaltemperatur. Bei Hyperthermie (unkontrollierter Temperaturanstieg ohne Sollwertverstellung) sind sie wirkungslos.
Symptome
Leitsymptome des Fieberanstiegs: Schüttelfrost (unwillkürliches Muskelzittern zur Wärmeproduktion), Kältegefühl und Frieren trotz objektiv erhöhter Temperatur, blasse und kühle Extremitäten durch periphere Vasokonstriktion, Tachykardie (Faustregel: Herzfrequenzanstieg um ca. 10 Schläge/min pro 1 °C Temperaturerhöhung).
Symptome auf der Fieberhöhe: Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhter Flüssigkeitsbedarf, warme und gerötete Haut.
Symptome beim Fieberabfall (Entfieberung): Starkes Schwitzen (Wärmeabgabe), periphere Vasodilatation, subjektives Wärmegefühl.
Fieberverlaufstypen (klinisch relevant für DD): Kontinuierliches Fieber (Schwankung <1 °C, z.B. Typhus), remittierendes Fieber (Schwankung >1 °C ohne Normalisierung, z.B. Sepsis), intermittierendes Fieber (tägliche Normalisierung, z.B. Abszess), Doppelgipfelfieber (z.B. Masern, Polio), periodisches Fieber (regelmäßige Fieberschübe, z.B. Malaria tertiana alle 48 h).
Fieber bei Kindern
Fieber bei Kindern erfordert besondere Aufmerksamkeit, da der kindliche Organismus wesentliche Besonderheiten aufweist:
Altersabhängige Besonderheiten: Neugeborene haben eine physiologisch instabile Thermoregulation — sowohl Hypothermie als auch Fieber können Zeichen einer schweren Infektion sein. Bei Säuglingen unter 3 Monaten ist jedes Fieber ≥38,0 °C ein Warnsignal, das eine zeitnahe ärztliche Abklärung erfordert (Ausschluss Sepsis, Meningitis, Harnwegsinfekt). Bei älteren Kindern wird in der Regel ab 38,5 °C von Fieber gesprochen.
Häufigste Ursachen bei Kindern: Virale Infekte der oberen Atemwege (häufigste Ursache), Otitis media, Gastroenteritis, Harnwegsinfekte (besonders bei Mädchen), Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum durch HHV-6), Scharlach, Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Bei Säuglingen <3 Monaten zusätzlich: Sepsis, Meningitis, Late-onset-Streptokokken-B-Infektion.
Fieberkrampf: Betrifft ca. 2–5 % aller Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren. Einfache Fieberkrämpfe sind generalisiert tonisch-klonisch, dauern <15 Minuten und treten nur einmal innerhalb von 24 Stunden auf. Sie sind in der Regel benigne und erhöhen das Epilepsie-Risiko nicht wesentlich. Komplizierte Fieberkrämpfe (>15 min, fokal, rezidivierend) bedürfen weiterer neurologischer Abklärung.
Merke: Die prophylaktische Gabe von Antipyretika verhindert Fieberkrämpfe nicht — das ist ein verbreiteter Irrtum. Die Krampfneigung hängt von der Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs und der individuellen Disposition ab, nicht allein von der absoluten Temperaturhöhe.
Red Flags bei Fieber im Kindesalter: Alter <3 Monate mit Fieber ≥38,0 °C, Petechien oder nicht-wegdrückbares Exanthem (V.a. Meningokokkensepsis), Nackensteifigkeit, schrilles Schreien oder Apathie, eingefallene Fontanelle (Dehydratation), Fieber >5 Tage ohne erkennbare Ursache, Fieber nach Tropenreise.
Diagnostik
Temperaturmessung: Die rektale Messung gilt als genaueste Methode und wird als Referenz verwendet. Die gemessene Temperatur hängt jedoch stark von der Messmethode ab: orale und tympanische Messungen liegen typischerweise etwas niedriger als rektale Werte. Die axilläre Messung wird von der deutschen S3-Leitlinie als nicht zuverlässig eingestuft, während NICE bei Kindern unter 5 Jahren die tympanische Infrarotmessung oder axilläre elektronische Messung als akzeptabel betrachtet. Für den klinischen Alltag gilt: Messwerte müssen immer im Kontext von Alter, Messmethode und klinischem Bild interpretiert werden.
Anamnese (entscheidend!): Fieberdauer und -verlauf, Begleitsymptome (Husten, Dysurie, Hautausschlag, Gelenkschmerzen), Reiseanamnese (Malaria!), Medikamentenanamnese, Immunstatus, Tierkontakt, vorangegangene Operationen.
Labordiagnostik: Blutbild mit Differenzialblutbild (Leukozytose mit Linksverschiebung bei bakterieller Infektion, Lymphozytose bei viraler), CRP (unspezifischer Entzündungsmarker), Procalcitonin (kann auf eine bakterielle Ursache hinweisen, muss aber stets im klinischen Kontext interpretiert werden — Schwellenwerte sind alters- und situationsabhängig), Blutkulturen (mindestens 2 Paar vor Antibiotikagabe bei V.a. Sepsis oder Endokarditis), Urinstatus und -kultur.
Bildgebung: Röntgen-Thorax bei Husten oder Dyspnoe, Abdomensonographie bei abdominellen Beschwerden, Echokardiographie bei V.a. Endokarditis, CT/MRT bei V.a. Abszess.
Spezielle Diagnostik bei FUO: ANA, ANCA, Rheumafaktor, Ferritin (stark erhöht bei Morbus Still), Blutkulturen seriell, HIV-Test, Quantiferon-Test (Tuberkulose), ggf. PET-CT bei okkultem Infektfokus oder Malignomverdacht.
Differentialdiagnosen
Die Differentialdiagnosen bei Fieber richten sich nach Begleitsymptomen, Fieberdauer und Patientencharakteristika:
Fieber + Husten/Dyspnoe: Pneumonie, Bronchitis, COVID-19, Influenza, Tuberkulose, Lungenembolie. Fieber + Dysurie: Harnwegsinfekt, Pyelonephritis, Prostatitis. Fieber + Kopfschmerzen + Nackensteifigkeit: Meningitis, Enzephalitis, Subarachnoidalblutung. Fieber + Gelenkschmerzen: Rheumatoide Arthritis, reaktive Arthritis, septische Arthritis, Gicht, Lupus. Fieber + Exanthem: Masern, Scharlach, Röteln, Arzneimittelexanthem, Vaskulitis. Fieber + Lymphknotenschwellung: EBV (Mononukleose), CMV, HIV, Lymphom, Toxoplasmose. Periodisches Fieber: Malaria, Morbus Still, familiäres Mittelmeerfieber, zyklische Neutropenie.
Abgrenzung zur Hyperthermie (kein Fieber!): Hitzschlag (keine Sollwertverstellung, Antipyretika wirkungslos), maligne Hyperthermie (nach Narkoseeinleitung), malignes neuroleptisches Syndrom, Serotoninsyndrom.
Therapie
Grundprinzip: Fieber ist eine sinnvolle Abwehrreaktion — eine generelle Fiebersenkung allein wegen der Temperaturhöhe ist nicht immer indiziert. Die Therapie richtet sich primär nach der Grunderkrankung (kausale Therapie). Eine symptomatische Fiebersenkung ist vor allem dann angezeigt, wenn der Patient unter dem Fieber deutlich leidet — also bei ausgeprägtem Unwohlsein, Erschöpfung oder bei kardiovaskulären Risikopatienten.
Medikamentöse Antipyrese bei Erwachsenen:
- Paracetamol: 500–1000 mg p.o. alle 6–8 h (max. 4 g/Tag). Cave: Hepatotoxizität bei Überdosierung!
- Ibuprofen: 400–600 mg p.o. alle 6–8 h. Zusätzlich analgetisch und antiphlogistisch.
- Metamizol: 500–1000 mg p.o./i.v. (potente antipyretische Wirkung). Cave: Agranulozytose (selten, aber potenziell lebensbedrohlich).
Fiebersenkung bei Kindern — Besonderheiten:
- Paracetamol: 10–15 mg/kg KG alle 6 h (max. 60 mg/kg/Tag). Verfügbar als Zäpfchen oder Saft. Einsetzbar ab Geburt.
- Ibuprofen: 7–10 mg/kg KG alle 6–8 h. Laut aktueller S3-Leitlinie ab einem Alter von 3 Monaten einsetzbar.
- ASS (Acetylsalicylsäure): Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren kontraindiziert (Risiko des Reye-Syndroms — akute hepatische Enzephalopathie), es sei denn ausdrücklich ärztlich verordnet (z.B. Kawasaki-Syndrom).
- Ein routinemäßiger Wechsel zwischen Paracetamol und Ibuprofen wird nicht empfohlen — dies sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
- Entscheidend ist das Allgemeinbefinden des Kindes, nicht allein die Temperaturhöhe. Ein Kind mit 39,5 °C, das spielt und trinkt, braucht nicht zwingend ein Antipyretikum.
Merke: Fiebersenkende Mittel bei Kindern sollten nicht routinemäßig allein aufgrund der Temperaturhöhe gegeben werden, sondern bei deutlichem Unwohlsein und Leidensdruck des Kindes. Die prophylaktische Gabe zur Vermeidung von Fieberkrämpfen ist nicht wirksam.
Physikalische Maßnahmen: Wadenwickel (nur bei warmen Extremitäten anwenden, nicht bei Schüttelfrost oder kalten Händen/Füßen), leichte Bekleidung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, angenehme Raumtemperatur.
Kausale Therapie: Antibiotikatherapie bei gesicherter bakterieller Infektion (kalkuliert nach Fokus, dann gezielt nach Antibiogramm). Antivirale Therapie bei Influenza (Oseltamivir innerhalb 48 h nach Symptombeginn) oder COVID-19 (Nirmatrelvir/Ritonavir bei Risikopatienten).
Prognose
Die Prognose von Fieber hängt primär von der Grunderkrankung ab. Unkomplizierte fieberhafte Infekte bei immunkompetenten Patienten haben eine exzellente Prognose und sind in der Regel selbstlimitierend innerhalb von 3–7 Tagen.
Prognostisch relevant sind: Hyperpyrexie (>41 °C) mit Risiko für Organschäden, Fieber bei Immunsuppression (erhöhtes Sepsisrisiko), Fieber bei Neugeborenen und Säuglingen <3 Monaten (höhere Rate schwerer bakterieller Infektionen), prolongiertes Fieber >3 Wochen (FUO — erfordert systematische Abklärung).
Bei adäquater Diagnostik und Therapie der Grunderkrankung ist die Prognose in den meisten Fällen gut.
Prävention
Allgemeine Maßnahmen zur Prävention fieberhafter Infekte umfassen Händehygiene (wichtigste Einzelmaßnahme), Impfungen gemäß STIKO-Empfehlungen (Influenza, Pneumokokken, Masern, COVID-19), ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und körperliche Aktivität. Bei Kindern: altersgerechte Impfungen nach STIKO-Impfkalender, Stillen in den ersten Lebensmonaten (Übertragung mütterlicher Antikörper).
Komplikationen
Dehydratation: Häufigste Komplikation, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten. Bei Fieber ist der Flüssigkeitsbedarf deutlich erhöht — auf ausreichende Trinkmenge achten.
Fieberkrampf: Bei 2–5 % der Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren. Einfache Fieberkrämpfe sind benigne, komplizierte erfordern weitere neurologische Abklärung.
Hyperpyrexie (>41 °C): Risiko für Proteindenaturierung, Rhabdomyolyse, disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), Multiorganversagen.
Febrile Neutropenie: Bei Chemotherapie-Patienten mit Neutrophilen <500/µl — hämatologisch-onkologischer Notfall mit sofortiger empirischer Breitspektrum-Antibiotikatherapie.
Kreislaufdekompensation: Bei vorbestehender Herzinsuffizienz kann Fieber durch erhöhte Herzfrequenz und gesteigerten Sauerstoffverbrauch zur kardialen Dekompensation führen.
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur hat man Fieber?
Fieber beginnt ungefähr ab 38,0–38,5 °C, abhängig von Alter und Messmethode. Bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt bereits ab 38,0 °C erhöhte Aufmerksamkeit. Die rektale Messung ist am genauesten — orale und axilläre Werte liegen in der Regel etwas niedriger.
Wann muss ich mit meinem Kind bei Fieber zum Arzt?
Sofort zum Arzt bei Fieber unter 3 Monaten, bei Fieberkrampf, bei Petechien (nicht-wegdrückbare rote Punkte), bei Nackensteifigkeit, Apathie oder schrillem Schreien. Auch bei Fieber >5 Tage ohne erkennbare Ursache oder bei Fieber nach Tropenreise sollte zeitnah eine ärztliche Vorstellung erfolgen.
Soll man Fieber immer senken?
Nein, Fieber ist eine sinnvolle Abwehrreaktion. Fiebersenkende Mittel sollten vor allem bei deutlichem Unwohlsein gegeben werden — nicht allein wegen der Zahl auf dem Thermometer. Bei Kindern gilt: Das Allgemeinbefinden zählt mehr als die Temperaturhöhe.
Quellen
- Herold G. Innere Medizin. Köln: Herold; 2026.
- AWMF S3-Leitlinie: Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen. AWMF-Register-Nr. 027-074. 2025.
- Niehues T et al. Fieber im Kindesalter. Dtsch Arztebl Int. 2013;110(45):764-774. doi:10.3238/arztebl.2013.0764
- Dinarello CA. Infection, fever, and exogenous and endogenous pyrogens. Am J Med. 2004;116(6):413-428. doi:10.1016/j.amjmed.2004.01.004
- NICE Guideline NG143: Fever in under 5s: assessment and initial management. 2021. https://www.nice.org.uk/guidance/ng143
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