Physikum: Was ist das, Ablauf, Durchfallquote & Lernplan (2026)
Physikum (M1) erklärt: Ablauf, Fächer, Durchfallquote und ein realistischer Lernplan für den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
Das Physikum ist die erste große Hürde im Medizinstudium — und für viele die respekteinflößendste. Was genau dahintersteckt, wie die Prüfung abläuft, wie hoch die Durchfallquote wirklich ist und wie ein realistischer Lernplan aussieht, klären wir hier Schritt für Schritt.
Was ist das Physikum?
Das Physikum ist der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1) im Studium der Humanmedizin. Es schließt die Vorklinik ab — also die ersten vier Semester, in denen die naturwissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen vermittelt werden. Erst nach bestandenem Physikum geht es in den klinischen Studienabschnitt.
Geregelt ist die Prüfung bundeseinheitlich in der Approbationsordnung für Ärzte; die schriftlichen Fragen stellt das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Das Physikum ist damit eine Staatsprüfung — keine reine Uni-Klausur.
Hinweis: In der Zahnmedizin gibt es eine eigene, anders aufgebaute Prüfungsstruktur. Wenn du Zahnmedizin studierst, ist der Beitrag Physikum Zahnmedizin für dich relevant — dieser Artikel beschreibt das humanmedizinische Physikum (M1).
Ablauf: Wie ist das Physikum aufgebaut?
Das Physikum besteht aus zwei Teilen, die beide bestanden werden müssen:
1. Der schriftliche Teil (IMPP)
- Findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt.
- Insgesamt 320 Multiple-Choice-Fragen im Antwort-Wahl-Verfahren.
- Geprüft werden die vorklinischen Fächer fächerübergreifend.
2. Der mündlich-praktische Teil
- Eine mündliche Prüfung vor einer Kommission, in der Regel in Anatomie, Physiologie und Biochemie.
- Hier geht es um Verständnis und Zusammenhänge, nicht ums Auswendiglernen einzelner Fakten.
Welche Fächer kommen im Physikum dran?
Der schriftliche Teil deckt die gesamte Vorklinik ab. Die prüfungsrelevanten Fächer sind:
- Anatomie (inkl. Histologie und Embryologie) — erfahrungsgemäß das umfangreichste Fach
- Physiologie
- Biochemie / Molekularbiologie
- Physik für Mediziner
- Chemie für Mediziner
- Biologie für Mediziner
- Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Anatomie und Physiologie machen dabei den Löwenanteil aus — wer hier sicher ist, hat das Physikum schon zur Hälfte bestanden. Ein klassischer Stolperstein ist die Hirnnerven-Übersicht, die viele Prüfer gern abfragen.
Wann ist das Physikum? Termine 2026
Das schriftliche Physikum wird zweimal jährlich angeboten:
- Frühjahrstermin: in der Regel im März
- Herbsttermin: in der Regel im August/September
Die genauen Termine und die Anmeldefristen legt das Landesprüfungsamt deines Bundeslandes fest — die Anmeldung läuft also nicht über das IMPP, sondern über das jeweilige Prüfungsamt. Informiere dich frühzeitig, da die Fristen mehrere Wochen vor dem Prüfungstermin liegen.
Wie hoch ist die Durchfallquote im Physikum?
Die Durchfallquote schwankt von Termin zu Termin und liegt im schriftlichen Teil je nach Prüfung typischerweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Das klingt zunächst abschreckend, relativiert sich aber:
- Die meisten, die durchfallen, scheitern knapp und bestehen den Nachholtermin.
- Das Physikum ist mit strukturierter Vorbereitung gut bestehbar — es ist eine Fleiß- und Strategiehürde, keine Selektionsprüfung.
- Entscheidend ist nicht, möglichst viel zu lesen, sondern das prüfungsrelevante Wissen aktiv abzurufen — genau das, was im Multiple-Choice-Format gefragt wird.
Wichtig: Wer früh genug mit dem Kreuzen von Altfragen beginnt, kennt die typischen Fragestellungen und Fallstricke des IMPP — das ist erfahrungsgemäß der größte einzelne Hebel für ein sicheres Bestehen.
Lernplan fürs Physikum: So bereitest du dich vor
Ein realistischer Lernplan für das Physikum umfasst meist 8 bis 12 Wochen intensive Vorbereitung — abhängig davon, wie gut die Vorklinik bereits sitzt. Bewährt hat sich folgende Struktur:
- Grundlagen auffrischen (parallel zum Semester): Die großen Fächer Anatomie und Physiologie laufend wiederholen, statt alles auf die heiße Phase zu schieben.
- Fächerweise durcharbeiten (Wochen 1–6): Pro Fach erst das Verständnis sichern, dann sofort Fragen dazu kreuzen — verstehen und anwenden gehören zusammen.
- Kreuzphase (Wochen 6–10): Möglichst viele Altfragen im Prüfungsformat, gezielt nach Schwachstellen sortiert.
- Endspurt (letzte 2 Wochen): Gemischte Prüfungssimulationen unter realistischen Bedingungen, plus Wiederholung der eigenen Fehlerschwerpunkte.
Der Schlüssel ist die Schwachstellenanalyse: Statt blind weiterzulernen, solltest du gezielt die Themen üben, in denen du noch Fehler machst. Genau dafür ist aktives, rückgemeldetes Üben deutlich effizienter als reines Lesen.
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Häufige Fragen
- „Was ist das Physikum?" → Der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1) nach den ersten vier Semestern Humanmedizin. Es schließt die Vorklinik ab.
- „Aus wie vielen Fragen besteht das schriftliche Physikum?" → Aus 320 Multiple-Choice-Fragen, verteilt auf zwei Prüfungstage.
- „Welche Fächer kommen im Physikum dran?" → Anatomie, Physiologie, Biochemie, Physik, Chemie, Biologie sowie Medizinische Psychologie und Soziologie.
- „Wie hoch ist die Durchfallquote im Physikum?" → Sie schwankt je Termin, liegt schriftlich meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich und ist mit guter Vorbereitung gut zu meistern.
- „Wann finden die Physikums-Termine statt?" → Zweimal jährlich — im Frühjahr (meist März) und im Herbst (meist August/September).
- „Wie lange sollte man fürs Physikum lernen?" → In der Regel 8 bis 12 Wochen intensive Vorbereitung, idealerweise mit früher Kreuzphase.
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