Physikum Zahnmedizin 2026 — Alles was du wissen musst
Aufbau, Fächer, Bestehensgrenze und die besten Strategien für das zahnmedizinische Physikum. Inklusive Änderungen durch die neue ZApprO und IMPP-Prüfung.
Das Physikum (zahnärztliche Vorprüfung) ist die erste große Hürde im Zahnmedizinstudium — und mit den Änderungen der Approbationsordnung ab 2026 kommen einige Neuerungen auf dich zu. In diesem Artikel erfährst du alles, was du für eine erfolgreiche Vorbereitung wissen musst: Aufbau, Prüfungsfächer, neue IMPP-Struktur und bewährte Lernstrategien.
Was ist das Physikum in der Zahnmedizin?
Das Physikum ist die zahnärztliche Vorprüfung, die nach dem vorklinischen Studienabschnitt (in der Regel nach dem 5. Semester) abgelegt wird. Es prüft das naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagenwissen, das für den klinischen Abschnitt vorausgesetzt wird.
Im Gegensatz zum humanmedizinischen Physikum, das rein schriftlich (MC-Fragen) vom IMPP gestellt wird, hatte das zahnmedizinische Physikum bisher sowohl schriftliche als auch mündliche Anteile — mit Unterschieden von Universität zu Universität.
Das ändert sich jetzt.
Was ändert sich ab 2026?
Mit der novellierten Zahnärztlichen Approbationsordnung (ZApprO) und der schrittweisen Einführung bundesweiter IMPP-Prüfungen ergeben sich wesentliche Änderungen:
Bundesweit einheitliche schriftliche Prüfungen: Der schriftliche Teil des dritten Abschnitts der Zahnärztlichen Prüfung (Z3) wird erstmals als einheitliches IMPP-Examen durchgeführt. Das bedeutet: standardisierte MC-Fragen, einheitliches Niveau, vergleichbare Ergebnisse über alle Universitäten hinweg.
IMPP-Lernkatalog als Grundlage: Das IMPP (Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen) gibt einen verbindlichen Gegenstandskatalog vor. Wer gezielt nach diesem Katalog lernt, deckt den prüfungsrelevanten Stoff systematisch ab.
Mehr Gewicht auf Anwendungswissen: Die IMPP-Fragen testen nicht nur Faktenwissen, sondern verstärkt klinische Anwendung und Transferwissen — ähnlich wie bei den humanmedizinischen Examina.
Welche Fächer werden geprüft?
Die prüfungsrelevanten Fächer im Physikum umfassen:
Naturwissenschaftliche Grundlagen:
- Anatomie (makroskopisch und mikroskopisch) — mit besonderem Fokus auf die Kopf-Hals-Region
- Physiologie — Herz-Kreislauf, Neurophysiologie, Nieren- und Muskelphysiologie
- Biochemie — Stoffwechselwege, Enzymkinetik, Molekularbiologie
- Physik — Grundlagen mit Bezug zur Zahnmedizin (Biomechanik, Röntgen)
- Chemie — Anorganische und organische Chemie, Werkstoffkunde-Grundlagen
Medizinische Grundlagen:
- Histologie und Embryologie — Gewebearten, Zahnentwicklung
- Mikrobiologie — Bakteriologie, Virologie, orale Mikrobiologie
- Pharmakologie — Grundlagen der Arzneimittelwirkung
Die Anatomie (insbesondere Kopf-Hals-Region, Hirnnerven, Kaumuskulatur) und die Physiologie sind erfahrungsgemäß die schwersten und umfangreichsten Fächer.
So bereitest du dich optimal vor
1. Frühzeitig mit dem Kreuzen beginnen
Der wichtigste Tipp: Fang nicht erst 4 Wochen vor dem Physikum an zu kreuzen. Idealerweise beginnst du ab dem 3.–4. Semester begleitend mit MC-Fragen zu den Fächern, die du gerade in der Vorlesung hast.
Warum? MC-Fragen trainieren ein anderes Denken als reines Lehrbuchlesen. Du lernst, Distraktoren zu erkennen, Ausschlussverfahren anzuwenden und unter Zeitdruck zu entscheiden.
2. Den IMPP-Lernkatalog als Grundlage nutzen
Lerne nicht planlos „alles", sondern orientiere dich am IMPP-Gegenstandskatalog. Dieser definiert, welche Themen prüfungsrelevant sind. Plattformen wie SCIORA richten ihre Fragen und Lernmodule explizit an diesem Katalog aus.
3. Erklärungen verstehen, nicht nur Antworten merken
Der größte Fehler beim Kreuzen: nur die richtige Antwort merken, ohne zu verstehen, warum die anderen falsch sind. Bei IMPP-Fragen werden dieselben Konzepte aus verschiedenen Blickwinkeln geprüft. Wer nur Antwort B auswendig kennt, scheitert an der nächsten Frage, die dasselbe Thema anders formuliert.
Deshalb ist es entscheidend, dass du eine Lernplattform nutzt, die jede einzelne Antwortoption erklärt — nicht nur die richtige.
4. Schwachstellen systematisch identifizieren
Nach den ersten 100–200 gekreuzten Fragen zeigt sich ein Muster: In manchen Fächern liegst du bei 80%, in anderen bei 40%. Genau dort musst du ansetzen. Nutze Statistik-Tools, die deine Performance nach Fach und Thema aufschlüsseln.
5. Spaced Repetition nutzen
Wiederhole Themen, die du falsch beantwortet hast, nach 1, 3 und 7 Tagen. Dieses Prinzip der verteilten Wiederholung (Spaced Repetition) ist wissenschaftlich die effektivste Methode für Langzeitbehalten.
6. Lerngruppen bilden
Erkläre anderen, was du gelernt hast. Wenn du jemandem die Innervation der Kaumuskulatur erklären kannst, hast du es verstanden. Wenn nicht, weißt du, wo du nachlesen musst.
Die Bestehensgrenze
Für die IMPP-Prüfungen gilt in der Regel eine relative Bestehensgrenze: Du musst mindestens 60% der Fragen richtig beantworten, wobei der genaue Wert sich an der Leistung der Referenzgruppe orientieren kann.
Wichtig: „Gerade so bestehen" ist keine sinnvolle Strategie. Plane so, dass du in deinen schwächsten Fächern mindestens 60% erreichst und in deinen stärkeren Fächern deutlich darüber liegst — das gibt Puffer.
Typische Fehler bei der Physikum-Vorbereitung
Zu spät anfangen: Viele beginnen erst 6 Wochen vorher. Für die Menge an Stoff ist das zu knapp. Plane mindestens 3 Monate ein — bei paralleler Vorlesung eher 4–5.
Nur Lehrbücher lesen: Passives Lesen erzeugt ein trügerisches Gefühl von Verständnis. Aktives Kreuzen, Zusammenfassen und Erklären sind deutlich effektiver.
Alle Fächer gleich gewichten: Anatomie und Physiologie machen den Löwenanteil der Fragen aus. Investiere dort mehr Zeit als in die kleineren Fächer.
Altfragen überbewerten: Mit der Umstellung auf IMPP-Prüfungen werden die bisherigen Uni-spezifischen Altfragensammlungen weniger relevant. Setze stattdessen auf Fragen, die dem IMPP-Format und -Lernkatalog entsprechen.
Zeitplan: 12 Wochen bis zum Physikum
Woche 1–4: Grundlagen auffrischen Gehe die großen Fächer (Anatomie, Physiologie, Biochemie) systematisch durch. Lies die Lernmodule, mache erste Kreuz-Sessions mit jeweils 20 Fragen pro Fach.
Woche 5–8: Intensiv kreuzen Steigere auf 50–80 Fragen pro Tag. Analysiere deine Statistiken wöchentlich und fokussiere dich auf die Fächer mit der niedrigsten Quote.
Woche 9–10: Schwachstellen gezielt bearbeiten Gehe deine Fehler-Fragen nochmal durch. Lies die Erklärungen erneut. Erstelle eigene Zusammenfassungen für die Themen, die nicht sitzen.
Woche 11–12: Prüfungssimulation Mache vollständige Probeprüfungen unter realistischen Bedingungen (Zeitlimit, keine Pausen, Gesamtprüfung über alle Fächer). Das trainiert Ausdauer und Zeitmanagement.
Fazit
Das Physikum in der Zahnmedizin wird durch die IMPP-Umstellung anspruchsvoller, aber auch fairer und transparenter. Wer sich frühzeitig, systematisch und am offiziellen Lernkatalog orientiert vorbereitet, hat beste Chancen.
Der Schlüssel ist aktives Lernen: Kreuze regelmäßig, verstehe jede Erklärung, analysiere deine Schwächen und arbeite gezielt daran. Passives Lesen allein reicht nicht.
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