Referenzbereiche nach DGKL, Roche Diagnostics, Mayo Clinic (2026)
Referenzbereiche nach DGKL, Roche Diagnostics und Mayo Clinic (Stand 2026). Quelle: DGKL Empfehlungen, Lothar Thomas: Labor und Diagnose, 9. Aufl.
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Kostenlos testen 14 Tage kostenlos · Keine KreditkarteLaborwerte sind ein zentrales Werkzeug der medizinischen Diagnostik. Sie helfen, Erkrankungen zu erkennen, den Verlauf zu beurteilen und Therapien zu überwachen. Dieser kostenlose Laborwerte-Checker ordnet eingegebene Werte automatisch in die klinischen Referenzbereiche ein — nach aktuellen Standards der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), Roche Diagnostics und der Mayo Clinic (Stand 2026).
Das Blutbild (CBC, Complete Blood Count) gehört zu den am häufigsten angeforderten Laboruntersuchungen. Es gibt Aufschluss über die Zusammensetzung des Blutes und kann Hinweise auf Anämien, Infektionen, Gerinnungsstörungen und hämatologische Erkrankungen liefern.
| Parameter | Männer | Frauen | Einheit |
|---|---|---|---|
| Hämoglobin (Hb) | 13,5 – 17,5 | 12,0 – 16,0 | g/dl |
| Hämatokrit (Hkt) | 40 – 52 | 37 – 47 | % |
| Erythrozyten (RBC) | 4,5 – 5,9 | 4,0 – 5,2 | T/l |
| Leukozyten (WBC) | 4,0 – 10,0 | G/l | |
| Thrombozyten (PLT) | 150 – 400 | G/l | |
| MCV | 80 – 100 | fl | |
| MCH | 27 – 34 | pg | |
| Parameter | Männer | Frauen | Einheit | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| ALT (GPT) | ≤ 50 | ≤ 35 | U/l | Leberzellschaden |
| AST (GOT) | ≤ 50 | ≤ 35 | U/l | Leber- und Muskelschaden |
| GGT | ≤ 60 | ≤ 40 | U/l | Alkohol, Medikamente, Cholestase |
| Bilirubin (gesamt) | 0,2 – 1,2 | mg/dl | Ikterus ab >2 mg/dl sichtbar | |
| Kreatinin | 0,7 – 1,2 | 0,5 – 1,0 | mg/dl | Nierenfunktion |
| Harnstoff | 15 – 45 | mg/dl | Nierenfunktion, Hydratation | |
| eGFR (CKD-EPI) | > 90 | ml/min/1,73m² | Stadien der chronischen Niereninsuffizienz | |
| Parameter | Normbereich | Kritisch niedrig | Kritisch hoch | Einheit |
|---|---|---|---|---|
| Natrium | 135 – 145 | < 120 | > 160 | mmol/l |
| Kalium | 3,5 – 5,0 | < 2,5 | > 6,5 | mmol/l |
| Calcium (gesamt) | 2,15 – 2,55 | < 1,5 | > 3,5 | mmol/l |
| Magnesium | 0,75 – 1,0 | — | — | mmol/l |
Entzündungsmarker helfen, infektiöse von nicht-infektiösen Ursachen zu unterscheiden und den Schweregrad einer Entzündung einzuschätzen. CRP (C-reaktives Protein) ist der gebräuchlichste unspezifische Marker. Procalcitonin (PCT) ist spezifischer für bakterielle Infektionen und hilft bei der Entscheidung über eine Antibiotikatherapie, insbesondere bei Verdacht auf Sepsis.
| Marker | Normbereich | Kritisch | Interpretation |
|---|---|---|---|
| CRP | < 5 mg/l | > 100 mg/l | Unspezifischer Entzündungsmarker |
| Procalcitonin | < 0,1 ng/ml | > 10 ng/ml | >0,5: bakterielle Infektion wahrscheinlich |
| BSG (1h) | ♂ ≤15 / ♀ ≤20 mm | — | Unspezifisch, im Alter höher |
| Interleukin-6 | < 7 pg/ml | — | Frühmarker bei Sepsis (steigt vor CRP) |
Herzmarker sind entscheidend für die Diagnose des Myokardinfarkts und der Herzinsuffizienz. Hochsensitives Troponin I oder T sind die Goldstandard-Marker für die Erkennung von Myokardschäden. BNP und NT-proBNP dienen der Diagnostik und Verlaufskontrolle der Herzinsuffizienz.
| Marker | Normbereich | Kritisch | Einheit |
|---|---|---|---|
| Troponin I (hs) | ≤ 16 | > 52 | ng/l |
| Troponin T (hs) | ≤ 14 | > 52 | ng/l |
| CK-MB | ≤ 25 | — | U/l |
| BNP | ≤ 100 | > 500 | pg/ml |
Die Schilddrüsenfunktion wird primär über TSH beurteilt. Ein erhöhtes TSH spricht für eine Hypothyreose, ein erniedrigtes TSH für eine Hyperthyreose. Die freien Hormone fT3 und fT4 werden zur weiteren Differenzierung herangezogen.
| Parameter | Normbereich | Einheit |
|---|---|---|
| TSH | 0,4 – 4,0 | mIU/l |
| fT4 (freies Thyroxin) | 10 – 23 | pmol/l |
| fT3 (freies Trijodthyronin) | 3,1 – 6,8 | pmol/l |
Die Diagnose eines Diabetes mellitus erfolgt über Nüchternglukose, HbA1c oder oralen Glukosetoleranztest. Der HbA1c-Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen wider und wird auch zur Therapieüberwachung eingesetzt.
| Parameter | Normal | Prädiabetes | Diabetes | Einheit |
|---|---|---|---|---|
| Glukose (nüchtern) | < 100 | 100 – 125 | ≥ 126 | mg/dl |
| HbA1c | < 5,7 | 5,7 – 6,4 | ≥ 6,5 | % |
Erhöhte Leberwerte (GPT/ALT, GOT/AST, GGT) können auf verschiedene Lebererkrankungen hinweisen. ALT (GPT) ist der spezifischste Marker für Leberzellschäden. GGT reagiert besonders empfindlich auf Alkohol- und Medikamentenschäden. Bei der Leberzirrhose können die Transaminasen im Spätstadium sogar normal sein, während Albumin und Quick erniedrigt sind.
Viele Laborwerte unterscheiden sich physiologisch zwischen Männern und Frauen. Hämoglobin, Hämatokrit und Erythrozyten sind bei Männern höher (Testosteron-Effekt auf die Erythropoese). Kreatinin ist bei Männern höher (mehr Muskelmasse). Harnsäure und Ferritin zeigen ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede. Deshalb ist die Angabe des Geschlechts für eine korrekte Einordnung wichtig.
CRP ist ein unspezifischer Entzündungsmarker, der bei jeder Art von Entzündung ansteigt — ob infektiös, autoimmun oder postoperativ. Procalcitonin (PCT) ist spezifischer für bakterielle Infektionen und steigt bei viralen Infekten typischerweise nicht oder nur gering an. PCT ist daher hilfreich bei der Frage, ob eine Antibiotikatherapie nötig ist.
Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) ist der wichtigste Marker für die Nierenfunktion. Werte über 90 ml/min/1,73m² gelten als normal. Zwischen 60 und 89 besteht eine leicht eingeschränkte Nierenfunktion, zwischen 30 und 59 eine moderate Einschränkung, und unter 15 spricht man von Nierenversagen. Die Stadieneinteilung der chronischen Niereninsuffizienz basiert auf der eGFR.
Interleukin-6 reagiert am schnellsten (innerhalb von 2–4 Stunden). CRP steigt mit einer Verzögerung von 6–12 Stunden an und erreicht sein Maximum nach 24–48 Stunden. Die BSG reagiert noch langsamer (Tage). Deshalb kann ein normales CRP bei ganz frischen Infektionen noch nicht aussagekräftig sein — hier hilft PCT oder IL-6.
Dieser Checker gibt eine erste Orientierung anhand der Referenzbereiche. Die medizinische Interpretation von Laborwerten erfordert aber immer den klinischen Kontext: Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft, Alter und klinische Symptome beeinflussen die Bewertung. Daher ersetzt dieses Tool keine ärztliche Diagnostik.