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Steroid-Äquivalenz-Rechner
Glukokortikoid-Umrechnung

Äquivalenzdosen von 8 Glukokortikoiden umrechnen — inklusive glukokortikoider und mineralokortikoider Potenz, Wirkdauer und Cushing-Schwellen-Warnung.

🏥 Klinisch validiert💊 8 Steroide⚠️ Cushing-Schwelle🆓 Kostenlos
⚠️ Hinweis: Dieser Rechner ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Die Äquivalenzdosen gelten nur für die orale Applikation und die entzündungshemmende Wirkung. Die individuelle klinische Beurteilung ist immer erforderlich.

Glukokortikoid-Äquivalenz-Rechner

Umrechnung äquivalenter Dosen von Kortikosteroiden

Quell-Steroid
Dosis (mg)
Tagesdosis in mg
Ziel-Steroid
⚖️
Äquivalenzdosis berechnet
Basierend auf relativer glukokortikoider Potenz
mg
⚠️ Cushing-Schwelle überschritten: Die eingegebene Dosis entspricht einem Prednisolon-Äquivalent von mg/Tag. Ab 7,5 mg/Tag Prednisolon-Äquivalent steigt das Risiko für iatrogene Cushing-Symptome.
Unter Cushing-Schwelle: Das Prednisolon-Äquivalent von mg/Tag liegt unter der Cushing-Schwelle von 7,5 mg/Tag.
Mineralokortikoide Potenz (relativ)
Prednison
0.8
Dexamethason
0
Vollständige Äquivalenztabelle für eingegebene Dosis
SteroidÄquivalenzdosisWirkdauerRel. PotenzMC-Potenz

Was ist die Steroid-Äquivalenz?

Die Steroid-Äquivalenz beschreibt die vergleichbare entzündungshemmende Wirkung verschiedener Glukokortikoide. Da sich die einzelnen Wirkstoffe in ihrer Potenz erheblich unterscheiden, benötigt man unterschiedliche Dosierungen, um dieselbe glukokortikoide Wirkung zu erzielen. Die Referenzsubstanz ist Hydrocortison (Cortisol), das physiologische Glukokortikoid der Nebennierenrinde.

Klinisch ist die korrekte Umrechnung besonders wichtig bei einem Wechsel zwischen verschiedenen Präparaten, bei der Umstellung von intravenöser auf orale Therapie, beim Tapering (schrittweises Ausschleichen) und bei der Beurteilung des Cushing-Risikos unter Langzeittherapie.

Merksatz: 5 mg Prednison = 5 mg Prednisolon = 4 mg Methylprednisolon = 0,75 mg Dexamethason = 20 mg Hydrocortison. Diese Äquivalenz gilt für die glukokortikoide (entzündungshemmende) Wirkung.

Äquivalenzdosen-Tabelle

Die folgende Tabelle zeigt die Äquivalenzdosen aller 8 gängigen Glukokortikoide, bezogen auf 20 mg Hydrocortison als Referenzdosis. Zusätzlich sind die relative glukokortikoide Potenz, die mineralokortikoide Potenz und die biologische Halbwertszeit angegeben.

SteroidÄquivalenzdosis (mg)Relative GC-PotenzMC-PotenzBiol. HWZ (h)Wirkdauer
Hydrocortison20118–12kurzwirksam
Cortison250,80,88–12kurzwirksam
Prednison540,812–36mittellang
Prednisolon540,812–36mittellang
Methylprednisolon450,512–36mittellang
Triamcinolon45012–36mittellang
Dexamethason0,7525036–54langwirksam
Betamethason0,630036–54langwirksam
Hinweis: Die Äquivalenzdosen gelten für die orale Applikation und beziehen sich ausschließlich auf die glukokortikoide (entzündungshemmende) Wirkung. Die mineralokortikoide Wirkung korreliert nicht proportional.

Glukokortikoid- vs. Mineralokortikoide Wirkung

Jedes Glukokortikoid besitzt neben der entzündungshemmenden (glukokortikoiden) Wirkung auch eine mehr oder weniger ausgeprägte mineralokortikoide Wirkung. Die mineralokortikoide Komponente beeinflusst den Wasser- und Elektrolythaushalt: Sie fördert die Natrium- und Wasserretention sowie die Kaliumausscheidung in der Niere.

Klinische Bedeutung

⚠️ Bei der Umstellung zwischen Steroiden mit unterschiedlicher mineralokortikoider Potenz muss der Elektrolythaushalt überwacht werden. Eine alleinige Dosisumrechnung nach glukokortikoider Äquivalenz reicht nicht aus.

Wirkdauer und klinische Einteilung

Glukokortikoide werden anhand ihrer biologischen Halbwertszeit (HWZ) in drei Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung ist klinisch relevant für die Wahl des Dosierungsintervalls und die Indikation.

Kurzwirksam — HWZ 8–12 Stunden

Hydrocortison und Cortison entsprechen dem physiologischen Cortisol. Sie werden bevorzugt für die Substitutionstherapie bei Nebenniereninsuffizienz eingesetzt. Die kurze Wirkdauer ermöglicht eine Nachahmung des zirkadianen Cortisolrhythmus (z.B. 2/3 der Tagesdosis morgens, 1/3 nachmittags).

Mittellang wirksam — HWZ 12–36 Stunden

Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon und Triamcinolon sind die Standardpräparate für die antiinflammatorische und immunsuppressive Therapie. Die mittlere Wirkdauer erlaubt eine einmal tägliche Gabe. Prednisolon ist der aktive Metabolit von Prednison und bei Leberfunktionsstörungen vorzuziehen.

Langwirksam — HWZ 36–54 Stunden

Dexamethason und Betamethason sind die potentesten Glukokortikoide. Ihre lange Wirkdauer macht sie geeignet für spezielle Indikationen wie Hirnödem, antiemetische Therapie bei Chemotherapie, pränatale Lungenreifung (Betamethason) und den Dexamethason-Suppressionstest.

Häufige klinische Szenarien

Tapering (Ausschleichen)

Nach einer Glukokortikoid-Therapie von mehr als 2–3 Wochen sollte die Dosis schrittweise reduziert werden, um eine Nebenniereninsuffizienz zu vermeiden. Eine häufig angewandte Faustregel ist die Reduktion um 10–20 % der aktuellen Dosis alle 1–2 Wochen. Bei Dosen oberhalb des Prednisolon-Äquivalents von 20 mg/Tag kann schneller reduziert werden; unterhalb von 10 mg/Tag sollte langsamer vorgegangen werden.

IV-zu-oral-Umstellung (Switch)

Bei der Umstellung von intravenösem Methylprednisolon auf orales Prednison/Prednisolon gilt in der Regel ein Verhältnis von etwa 4:5 (4 mg Methylprednisolon IV = 5 mg Prednison oral). Zu beachten ist, dass die Bioverfügbarkeit bei oraler Gabe etwas geringer sein kann und dass die klinische Situation den Zeitpunkt der Umstellung bestimmt.

Pulstherapie

Bei schweren Autoimmunerkrankungen oder Transplantatabstoßung werden kurzzeitig sehr hohe Dosen eingesetzt, typischerweise 500–1000 mg Methylprednisolon IV über 3 Tage. Dies entspricht einem Prednisolon-Äquivalent von 625–1250 mg/Tag. Anschließend erfolgt in der Regel eine orale Weiterbehandlung in niedrigerer Dosierung.

Stressdosis bei NNR-Insuffizienz

Patienten unter Langzeit-Glukokortikoid-Therapie oder mit bekannter Nebenniereninsuffizienz benötigen bei Operationen, Infektionen oder Trauma eine Stressdosis-Anpassung. Bei kleinen Eingriffen wird die 2-fache Tagesdosis empfohlen, bei großen Operationen bis zu 100 mg Hydrocortison IV als Bolus plus 50 mg alle 8 Stunden.

Cushing-Schwelle

Die sogenannte Cushing-Schwelle beschreibt die Glukokortikoid-Dosis, ab der bei dauerhafter Einnahme mit einem erhöhten Risiko für ein iatrogenes Cushing-Syndrom zu rechnen ist. Als klinische Faustregel gilt ein Prednisolon-Äquivalent von 7,5 mg pro Tag.

Oberhalb dieser Schwelle steigt das Risiko für typische Cushing-Symptome:

SteroidCushing-Schwelle (mg/Tag)Entspricht Prednisolon-Äquivalent 7,5 mg
Hydrocortison307,5 mg Prednisolon
Cortison37,57,5 mg Prednisolon
Prednison7,57,5 mg Prednisolon
Prednisolon7,57,5 mg Prednisolon
Methylprednisolon67,5 mg Prednisolon
Triamcinolon67,5 mg Prednisolon
Dexamethason1,1257,5 mg Prednisolon
Betamethason0,97,5 mg Prednisolon
⚠️ Die Cushing-Schwelle ist eine Orientierungsgröße. Individuelle Faktoren wie Therapiedauer, Begleitmedikation, Alter und Komorbiditäten beeinflussen das tatsächliche Risiko erheblich.

Häufige Fragen

Was bedeutet Steroid-Äquivalenzdosis?
Die Steroid-Äquivalenzdosis gibt an, welche Menge eines Glukokortikoids die gleiche entzündungshemmende Wirkung hat wie eine bestimmte Dosis eines anderen Glukokortikoids. Referenzsubstanz ist üblicherweise Hydrocortison (20 mg) oder Prednison/Prednisolon (5 mg).
Wie rechne ich Prednison in Dexamethason um?
5 mg Prednison entsprechen 0,75 mg Dexamethason. Dexamethason ist etwa 6,7-mal potenter als Prednison bezogen auf die glukokortikoide Wirkung. Nutzen Sie den Rechner oben für beliebige Dosen.
Was ist die Cushing-Schwelle?
Als Cushing-Schwelle gilt ein Prednisolon-Äquivalent von etwa 7,5 mg pro Tag. Oberhalb dieser Dosis steigt bei dauerhafter Einnahme das Risiko für ein iatrogenes Cushing-Syndrom mit Symptomen wie Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Osteoporose.
Sind Prednison und Prednisolon gleichwertig?
Prednison ist ein Prodrug, das in der Leber zu Prednisolon (der aktiven Form) metabolisiert wird. Bei normaler Leberfunktion sind beide gleichwertig (5 mg = 5 mg). Bei eingeschränkter Leberfunktion (z.B. Leberzirrhose) sollte direkt Prednisolon gegeben werden.
Warum hat Dexamethason keine mineralokortikoide Wirkung?
Dexamethason und Betamethason binden praktisch nicht an den Mineralokortikoidrezeptor. Daher verursachen sie keine relevante Natrium- und Wasserretention. Dies ist vorteilhaft bei Patienten mit Hypertonie oder Ödemen, aber nachteilig für die physiologische Substitution bei Nebenniereninsuffizienz.
Kann man Steroide einfach 1:1 umstellen?
Die Äquivalenztabelle liefert eine Orientierung für die Dosisumrechnung, ist aber kein Ersatz für die klinische Beurteilung. Bei einer Umstellung müssen Indikation, Wirkdauer, mineralokortikoide Wirkung, Applikationsweg und individuelle Patientenfaktoren berücksichtigt werden.

Quellen

Medizin-Prüfungsvorbereitung mit KI

MC-Fragen, Lernmodule und KI-Tools für Zahnmedizin, Humanmedizin und MHBA.

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