Klinisches Tool
Schwangerschaftsrechner
Geburtstermin & SSW berechnen
Berechnen Sie Ihren voraussichtlichen Entbindungstermin, die aktuelle Schwangerschaftswoche und wichtige Meilensteine nach der erweiterten Naegele-Regel.
Naegele-RegelDrei MethodenTrimester-AnzeigeKostenlos
Hinweis: Dieser Rechner ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Der tatsächliche Geburtstermin wird durch Ultraschall bestätigt. Nur etwa 4 % aller Babys kommen am errechneten Termin zur Welt.
Wie wird der Geburtstermin berechnet?
Die Standardmethode zur Berechnung des voraussichtlichen Entbindungstermins (ET) ist die Naegele-Regel, benannt nach dem Heidelberger Gynäkologen Franz Naegele (1778–1851). Sie geht von einer durchschnittlichen Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen (40 Wochen) ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung aus.
Einfache Naegele-Regel
ET = Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr
Erweiterte Naegele-Regel
Die erweiterte Formel berücksichtigt, dass nicht jede Frau einen 28-Tage-Zyklus hat. Bei längeren oder kürzeren Zyklen verschiebt sich der Eisprung entsprechend:
ET = Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr + (Zykluslänge − 28) Tage
Beispiel: Bei einer Zykluslänge von 32 Tagen werden 4 zusätzliche Tage addiert, da der Eisprung später stattfindet. Bei einem 25-Tage-Zyklus werden 3 Tage abgezogen.
Berechnung ab Eisprung
Wenn das Eisprungdatum bekannt ist (z.B. durch Ovulationstests oder Temperaturmethode), kann der ET direkt berechnet werden:
ET = Eisprungdatum + 266 Tage
Berechnung ab Ultraschall
Beim frühen Ultraschall wird anhand der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) das Gestationsalter bestimmt. Daraus lässt sich der ET rückrechnen:
ET = Ultraschalldatum − (SSW×7 + Tage) + 280 Tage
SSW berechnen — Schwangerschaftswochen verstehen
Die Schwangerschaftswoche (SSW) wird stets ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung gezählt — nicht ab dem Zeitpunkt der Befruchtung. Das bedeutet:
- SSW 1+0 bis 2+0: In diesen Wochen hat noch keine Befruchtung stattgefunden. Die Eizelle reift heran.
- SSW 3+0: Um diesen Zeitpunkt findet die Befruchtung statt (bei einem 28-Tage-Zyklus).
- SSW 4+0 bis 5+0: Die befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein.
Schreibweise: SSW 32+4 bedeutet: 32 vollendete Wochen und 4 Tage. Das Kind befindet sich also in der 33. Schwangerschaftswoche. Das Konzeptionsalter (tatsächliches Alter des Embryos) liegt ca. 2 Wochen darunter, also bei 30+4.
Die korrekte Bestimmung der SSW ist entscheidend für die Schwangerschaftsvorsorge, da sämtliche Screening-Untersuchungen und Reifetests an bestimmte SSW-Fenster gebunden sind.
Die drei Trimester im Überblick
| Trimester | SSW | Monate | Wichtige Entwicklungen |
| 1. Trimester | SSW 1–12 | Monat 1–3 | Organanlage, Herzschlag (SSW 6), Embryo wird zum Fötus (SSW 10), Ersttrimesterscreening (SSW 12) |
| 2. Trimester | SSW 13–27 | Monat 4–6 | Geschlecht erkennbar (SSW 14–16), Organscreening (SSW 20), erste Kindsbewegungen spürbar, Lebensfähigkeit ab SSW 24 |
| 3. Trimester | SSW 28–40 | Monat 7–9 | Lungenreife (SSW 28–34), Senkung des Kopfes, Mutterschutzbeginn (SSW 34), Reifgeburt ab SSW 37 |
Wichtige Meilensteine der Schwangerschaft
| SSW | Meilenstein | Bedeutung |
| SSW 6 | Herzschlag nachweisbar | Im Ultraschall sichtbar, Herzfrequenz ca. 100–120/min |
| SSW 12 | Ende Frühschwangerschaft | Ersttrimesterscreening (Nackenfaltenmessung), Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich |
| SSW 14–16 | Geschlecht erkennbar | Je nach Lage des Kindes im Ultraschall bestimmbar |
| SSW 20 | Halbzeit / Organscreening | Großes Organscreening (Feindiagnostik), Hälfte der Schwangerschaft erreicht |
| SSW 24 | Lebensfähigkeit | Babys gelten als grundsätzlich überlebensfähig (Überlebensrate ca. 60–70 %) |
| SSW 28 | Lungenreife-Förderung | Ab jetzt Überlebensrate > 90 %; ggf. Lungenreife-Induktion bei Risiko |
| SSW 34 | Mutterschutz beginnt | 6 Wochen vor ET; weitgehende Organreife erreicht |
| SSW 37 | Reifgeburt | Frühgeburt endet; ab jetzt gilt Geburt als termingerecht |
| SSW 40 | Errechneter ET | Voraussichtlicher Entbindungstermin; nur 4 % kommen genau am ET |
| SSW 41+ | Übertragung | Engmaschige Kontrolle; Einleitung wird ab ET+7 bis ET+14 besprochen |
Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?
Der errechnete Entbindungstermin (ET) ist ein statistischer Mittelwert, kein fester Termin. Die tatsächliche Schwangerschaftsdauer variiert individuell erheblich:
- Nur ca. 4 % aller Babys kommen exakt am errechneten ET zur Welt.
- Ca. 80 % der Geburten finden innerhalb von ±10 Tagen um den ET statt.
- Erstgebärende entbinden im Durchschnitt etwas später als Mehrgebärende.
- Der per Frühultraschall (SSW 8–12) korrigierte Termin ist genauer als die reine Berechnung nach der letzten Periode.
ACOG-Empfehlung: Die amerikanische Gesellschaft für Gynäkologie (ACOG) empfiehlt, den ET anhand eines frühen Ultraschalls zu bestätigen und bei Abweichung von mehr als 5–7 Tagen den ultraschallbasierten Termin zu verwenden.
Faktoren, die die Schwangerschaftsdauer beeinflussen, sind unter anderem:
- Genetische Faktoren (familiäre Tendenz zu längerer/kürzerer Schwangerschaft)
- Alter der Mutter (höheres Alter korreliert mit leicht längerer Tragzeit)
- Parität (Erstgebärende vs. Mehrgebärende)
- Ethnische Herkunft
- BMI und Ernährungszustand
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann rechnet man die SSW?
Die SSW wird ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung gerechnet — nicht ab der Befruchtung. In den ersten zwei SSW ist die Frau also streng genommen noch nicht schwanger. Das tatsächliche Alter des Embryos (Konzeptionsalter) liegt etwa zwei Wochen unter der SSW-Angabe.
Was bedeutet ET+7?
ET+7 bedeutet, dass der errechnete Entbindungstermin um 7 Tage überschritten ist. Ab diesem Zeitpunkt spricht man von Übertragung. Engmaschige Kontrollen (CTG, Fruchtwassermenge, Doppler) werden empfohlen, und eine Geburtseinleitung wird in der Regel besprochen.
Wann beginnt der Mutterschutz?
Der Mutterschutz beginnt in Deutschland 6 Wochen vor dem errechneten ET (also ca. SSW 34+0) und endet 8 Wochen nach der Geburt. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt auf 12 Wochen.
Was ist die Naegele-Regel?
Die Naegele-Regel (1812) ist die Standardformel zur Berechnung des Geburtstermins: 1. Tag der letzten Periode + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr. Die erweiterte Variante addiert zusätzlich die Abweichung der individuellen Zykluslänge vom 28-Tage-Standard.
Wie genau ist der Geburtstermin per Ultraschall?
Ein früher Ultraschall (SSW 8–12) bestimmt das Gestationsalter mit einer Genauigkeit von ±3–5 Tagen. Im zweiten Trimester beträgt die Ungenauigkeit bereits ±1–2 Wochen, im dritten Trimester ±2–3 Wochen. Daher ist ein früher Ultraschall zur Terminbestimmung am zuverlässigsten.
Ab welcher SSW ist ein Baby überlebensfähig?
Ab SSW 24 gelten Frühgeborene als grundsätzlich überlebensfähig. Die Überlebensraten steigen mit jeder Woche deutlich: SSW 24 ca. 60–70 %, SSW 28 ca. 90–95 %, SSW 32 ca. 98 %. Ab SSW 37 gilt eine Geburt als termingerecht.
Quellen
- Naegele FC. Erfahrungen und Abhandlungen aus dem Gebiete der Krankheiten des weiblichen Geschlechtes. Mannheim, 1812.
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Committee Opinion No. 700: Methods for Estimating the Due Date. Obstet Gynecol. 2017;129(5):e150–e154.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S2k-Leitlinie: Regelmäßige Untersuchungen in der Schwangerschaft. AWMF-Register Nr. 015/083.
- Mittendorf R, Williams MA, Berkey CS, Cotter PF. The length of uncomplicated human gestation. Obstet Gynecol. 1990;75(6):929–932.
- Jukic AM, et al. Length of human pregnancy and contributors to its natural variation. Hum Reprod. 2013;28(10):2848–2855.
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